Wasser und die Kirche

Wasser hat in den verschiedensten Religionen eine grundlegende spirituelle Bedeutung, die in heiligen Texten, alltäglichen Ritualen und speziellen Liturgien sichtbar wird.

In der jüdisch-christlichen Tradition ist Wasser ein Geschenk der Schöpfung und Symbol für die Zuwendung Gottes. In der christlichen Taufe kommt dies im Taufritual auf den dreieinigen Gott mit Wasser zum Ausdruck. Als negativer Gegensatz zu diesem Gnadengeschenk und prophetische Kritik taucht zum Beispiel in den Klageliedern des Jeremia der Schrecken auf, dass man mit Silber bezahlen muss, um an Wasser heran zu kommen (Klgl 5,4). Die Offenbarung schlussendlich sieht die Vision der Welt, in der wer dürstet kommen kann und umsonst vom Wasser des Lebens geniesst (Offb 22,17).

Aufgrund der dramatischen Situation der Menschen, die von sauberem Trinkwasser und einer funktionierenden Abwasserversorgung ausgeschlossen sind und auf dem zuvor kurz geschilderten religiösen Hintergrund ist Wasser für die Kirchen ein wichtiges Thema. So setzen sich Kirchen seit Längerem aktiv gegen Wasserprivatisierungen und für das Menschenrecht auf Wasser eingesetzt. Exemplarisch haben katholische und protestantische Kirchen der Schweiz und Brasiliens 2005 die ökumenische Wassererklärung für das Wasser als Menschenrecht und öffentliches Gut verabschiedet.